Favela Rhein-Main
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| Das Rhein-Main-Gebiet ist eine der reichsten Regionen Deutschlands. Dennoch scheint es, als ob in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von heimlichen Behausungen aus dem Boden gesprossen ist, und “Schreber”-Gartenkolonien langsam mutiert sind. Man würde diesen Zustand eher in der Metropolis Berlin erwarten, einem Ort, an dem man noch immer billiger leben kann als in den meisten Städten des Rhein-Main-Gebietes. Frankfurt ist ein sauberer Ort, wo fast alle Anzeichen eines erfindungsreichen, einfachen Überlebens aus der Stadt gelöscht worden sind. Nur in den Randgebieten selten von Reisenden und Touristen besucht können andere Lebensformen als die in der vorherrschenden konsumistischen, pseudoeuropäischen gesellschaftlichen Agenda verschriebenen beobachtet werden. Hier, neben stark befahrenen Schienensträngen oder Graffiti-bedeckten Autobahnüberführungen deutlich sichtbar ist es, wo wir die nicht allzu klar formulierten Träume von echter Freiheit antreffen können, definiert von baufälligen Bretterbuden, unbeholfenen Vogelscheuchen (oder sollten wir sagen: Menschenscheuchen?), verschiedenem Geflügel und Säugetieren, die sich von etwas ernähren, das wie Abfall aussieht, oder von mysteriösen Unbefugten, Plastikcontainer auf ihren Fahrrädern transportierend. Wenn diese “unverdorbene Verderbtheit” nicht wäre, könnte man schon die Hoffnung auf die letzten Reste passiven Widerstands aufgeben, in einem Lebensraum, welcher derartig zunehmend von materiellen Werten dominiert wird. |
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| © Marc Behrens 20062008 / www.mbehrens.com |
deutsch / english
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